Das Käercher Gréiweschlass, seine Geschichte, seine Herrschaften.

Das Koericher Schloss

Erweitert, umgebaut, dann verlassen, schließlich saniert: Das Koericher Schloss blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück, bevor es dann Anfang des 19. Jahrhunderts endgültig als Wohnsitz aufgegeben wurde. Die ausgeführten Bauarbeiten zur statischen Sicherung und Aufwertung sollen das Koericher Schloss wieder zur Geltung bringen und ihm eine neue Bestimmung geben.

Von der Gegenwart zurück zu den Ursprüngen

Die Ortschaft Koerich liegt im Westen des Großherzogtums Luxemburg, etwa zwölf Kilometer vom belgischen Arlon entfernt. Über der Mitte der Ortschaft ragt die Kirche St. Remigius empor, ein Kleinod des luxemburgischen Barocks. Am Fuße der Kirche liegt die Schlossruine des „Gréiweschlass“ (deutsch „Grafenschloss“). Zusammen mit der Barockkirche und den alten Häusern von Koerich bildet das Schloss eine bemerkenswerte Einheit. Die Schlossruine ist das typische Beispiel einer Flachlandburg. Mit seinem beeindruckenden Burgfried bilden die äußeren Schlossmauern ein fast vollkommenes Quadrat. Zudem war das Schloss umgeben von einem zehn bis zwölf Meter breiten Wassergraben, der von einem entlang des Schlosses verlaufenden Bach gespeist wurde. Reste dieses Wassergrabens sind an der Ostseite noch immer erkennbar. Heute führt eine steinerne Brücke über den Wassergraben in das Schloss. Durch ein gewölbtes Tor gelangt der Besucher in den ersten Hof.

Betritt man das Schloss durch das Haupttor, befindet man sich im ersten Hof und blickt auf die Überreste der Wirtschaftsgebäude, Scheunen und Stallungen, sowie auf der rechten Seite die Reste eines Raums mit zwei Öfen. Weiter nach links, nördlich des Burgfrieds, gelangt man an die Stelle, an der ein Fallgitter den ersten Hof vom Innenhof des Schlosses trennte. Die Überreste der Trennmauer sind noch immer sichtbar, ebenso die Spuren der Stelle, an der das Fallgitter eingelassen war. Welche Bedeutung die Überreste auf der rechten Seite haben, konnte noch nicht eindeutig geklärt werden. Hier bietet sich dem Besucher der Blick auf die Außenmauer des Palas mit seinen Barockfenstern, unter denen eine Betonplatte den ursprünglichen Fußboden ersetzt. Unter dieser Platte liegt die Öffnung zu einem großen Gewölbekeller, keller 009der sich unter dem gesamten Palas erstreckt und bis unter den viereckigen Turm im Südwesten (Kapellenturm) reicht. Von dieser Stelle aus bietet sich eine wunderbare Aussicht auf die auf einer Anhöhe gelegene Barockkirche. Wendet sich der Besucher nach rechts, so gelangt er zum eckigen Südwestturm. Im Erdgeschoss des Turms befand sich die dem hl. Michael geweihte Kapelle. Zwar sind die Decken nicht mehr vorhanden, doch die Sockel, in welche die gotischen Strebebögen eingelassen waren, sind noch immer zu sehen.

Im ersten Stock befand sich der Wachsaal. Von seiner ursprünglichen Pracht zeugen heute nur noch der stattliche Kamin aus dem Jahr 1585, die großen Fenster sowie einige Bauelemente der Militärarchitektur. Tritt der Besucher aus der Kapelle heraus, so steht er direkt vor dem imposanten Burgfried, der nach den Restaurierungsarbeiten wieder über eine Metalltreppe zugänglich ist. Burgfried (Hexsenturm) mit EingangAn der Südseite ist noch der alte Eingang zum Burgfried zu erkennen, der nur über eine Leiter erreichbar war. Der bemerkenswerte Boden der beiden Höfe besteht aus dem Originalpflaster, das lange Zeit unter einer schützenden Erdschicht verborgen lag.

Die Bauphasen des Schlosses

Die Burgherrren